Samstag, 28. Januar 2012

Wenn Mama eine Reise tut

Reaktionen: 
Dienstreisen gehören zu meinem mittelmaßmütterlichen Leben wie die samstägliche Putzorgie. Und weil meine Zeit und Kraft knapp bemessen sind, habe ich entschieden, dass in diesem Fall nicht ein Minimum ein Maximum ergibt, sondern es sich genau umgekehrt verhält. Denn Mittelmaßmamas Leitspruch für jede Gelegenheit ist: Take it easy! So auch beim Business-Reise-Gepäck.

Minimales Gepäck für ein leichtes, unabhängiges, Cabin-Luggage-fähiges Leben, das gleichzeitig so viel enthält, dass Frau auch im Meetingraum irgendeiner europäischen Großstadt ihren Kollegen den Atem verschlägt, um geschickt deren Denkpause zum wirkungsvollen Platzieren der eigenen Ideen zu nutzen! Wie immer ist auch hier die gute Vorbereitung alles:


  • Rossmanns 1 Euro Ecke ist Mittelmaßmamas Liebling: Deo, Zahnpasta, Haarkur, Haarspray in Miniformat.
  • Virengeschüttelt, wie ich seit dem Nachwuchs bin, führe ich stets eine Auswahl an Medikamenten mit mir mit. In Tablettenform; was Platz im durchsichtigen Beutel für Flüssigkeiten gibt. Stete Reisebegleiter sind: Schmerz- und Fiebermittel, Halspastillen, Mittel gegen Erbrechen und Übelkeit, Mittel gegen Durchfall, Nasenspray (! & Flüssig / GRINS), und Kautabletten gegen Sodbrennen.
  • Auch Mittelmaßmamas Kosmetika unterliegen einer strickten Gewichtskontrolle: Makeup wird ein leeres Minidöschen abgefüllt. Lippenstift kann zur Not als Rouge dienen. Und in Sachen Lidschatten kommen nur meine absoluten Alltagslieblinge ins Gepäck. Meetings sind schließlich kein Ort für Experimente. Für abendliche Dramatik sorgt im Bedarfsfall schwarzer Kajal. (Übrigens zum Thema Schminken lohnt sich hier ein kleiner Blick: Lipps like Liv Tyler.)
  • Was auf keinen Fall fehlen darf, das ist ein gutes Parfüm. Womit ich meine monatlichen Studien teurer Modemagazine legitimieren kann: Ein Königreich an Proben auf Papier! Leicht zu transporieren. Und falls eine besonders gut gefällt, auf dem Rückflug noch schnell im Dutyfree erwerblich. Übrigens ist in Punkto Proben auch Douglas zu Mittelmaßmamas Liebling mutiert: Online-Bestellungen werden mit Proben nach Wahl honoriert. 
  • Im Laufe der Zeit habe ich außerdem die Größe meiner Haarbürste minimiert und bin zum runden Plastikmodell übergegangen, mit dem es sich sogar viel besser kämmt.
All dieses Equipment wohnt - fern von jeder Kinderhand - in einem eigenen Fach in meinem Schrank. Fertig verpackt und nur aktiviert, wenn es mal wieder auf Reisen geht.
  •  Bezüglich meiner Kleidung helfen mir meine Tearsheets weiter. Denn vor jeder Reise nehme ich vor einem Kleidungsstück zunächst meinen Ordner zur Hand, der einen Haufen Inspirationen birgt.
  • Außerdem hat sich Mittelmaßmama eine Schneiderpuppe angeschafft. An der werden zunächst meine Wunschkombinationen dekoriert, bevor ich mich entscheide. Maßgabe ist höchstmögliche Variabilität was Business und Casual anbelangt. 
  • Jeans sind die besten Freunde des Casual. Zwei weiße Blusen absolute Basics. Ein Trenchcoat ultimativ von Frühjahr bis Herbst. Kaschmir ist immer edel. Ketten, Broschen, Gürtel und Tücher DIE Assesoires! Schwarz, weiß, creme, rot und blau die ultimative Farbempfehlung. Kompatibel, klassisch, schick und trendy. (PS: Niemand behauptet, dass all das ein Original sein muss. Mittelmaßmama kauft im Secondhandshop und bei H&M!)
  • Schuhe sollten Absatz haben, jedoch nicht zu hoch. Meine goldene Regel lautet: Du musst noch einen Spurt zum letzten Boarding-Call einlegen können und dabei wie eine Lady aussehen. Außerdem lasse ich seit einem verregneten Meeting in London meine teuersten Treter zuhause. (PS: Schicke Socken sind unerlässlich, weil Schuhe mit Absätzen im Securitiy-Check stets auszuziehen sind.)
  • Ein guter Tipp eines Kollegen: Alle Kleidungsstücke mit Hilfe von Seidenpapier zusammen legen. Schont die Kleidung, beugt Knitterfalten vor. Und fühlt sich beim Auspacken herrlich an!
  • Auf Nachtwäsche kann verzichtet werden... (Alternativ ein T-Shirt des Göttergatten. Herrlich kuschelig!)
  • Die Unterwäsche sollte aber auf jeden Fall von der besten Klasse sein. Gutes Styling fängt unten drunter an.

Summa Summarum: Langer Text mit leichtem Ergebnis.

Bei der letzten Dienstreise mit Übernachtung reichte das Zusatzfach des Laptoprucksacks aus. Und trotzdem war ich abends und morgens jeweils anders gestylt. ... Im Gegensatz zu meinen männlichen Kollegen, die teilweise dazu neigen, das Hemd am zweiten Tag quasi auf links zu tragen...

PPS: In einem kenne ich übrigens trotz konsequenter Gepräckreduktion keine Kompromisse: Ein Talismann von jedem Kind ist immer dabei!

2 Kommentare:

  1. sehr schön, danke für die Tipps-und ich liebe sie auch, die Pröbchen-Ecke in den Drogerien. Wenn ich doch nur endlich auch mal wieder eine schicke dienstreise hätte. Ein Traum: Allein und ungestört im duty freeshop im beautybereich und nicht bei den riesen-tobleronen, wo die kinder immmer hinwollen

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  2. Ich gebe es zu: Das ist das, was frau und Mutter an Dienstreisen schätzt: Endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen. Endlich ein opulentes Frühstück, dass frau/man nicht selbst machen muss. Endlich eine Quietsch-Enten-freie Dusche.
    Aber soll ich mal sagen, was das Beste an den Dienstreisen ist: Das Gefühl, danach ENDLICH wieder bei Mann und Kindern zu sein.
    PS: Meine Dienstreisen-freien Freundinnen kreieren sich ihre Dienstreisen selbst, taufen sie in Wellness-Wochenende um und nehmen den Billigflieger dahin, wo´s beliebt. (Vorteil: Sie sehen untertags was anderes als nen Meetingraum.)

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